Regie:
Gísli Snær Erlingsson
Buch:
Jón Steinar Ragnarsson
Kamera:
Sigurdur Sverrir Pálsson
Ton:
Kjartan Kjartansson
Musik:
Vilhjálmur Gudjónsson
Bauten:
Jón Steinar Ragnarsson
Kostüme:
Thórunn Sveinsdóttir
Schnitt:
Sigvaldi J. Kárason, Skule Eriksen
Produktionsleitung:
Hrönn Kristindóttir
Uraufführung:
26. Dezember 2000
Dt. Erstaufführung:
10. Februar 2001 (Kinderfilmfest der Berlinale)
Originallänge:
85 min.
Fassung:
35 mm (1:1,85), Farbe, Dolby SR
Rollen:
Hjaltí Rúnar Jónsson (Bóas)
Hans Tittus Nakinge (Ikingut)
Pálmi Gestsson (Thorkell, Fischer)
Magnús Ragnarsson (Pfarrer Jón, Bóas' Vater)
Freydis Kristófersdóttir (Ása, Bóas' Schwester)
Finnur Gudmundsson (Illugi, Sohn des Organisten)
Elva Ósk Ólafsdóttir (Gudrun)
Pétur Einarsson (Magnús)
Sigurveig Jónsdóttir (Sólveig)
Gunnar Hansson (Kristinn)
Edda Björg Eyjólfsdóttir (Thóra)
Theódór Júliússon (Grímur)
Thórhallur Sigurdsson (Árni)
Björn Jörundur Frídbjörnsson (Landrat)
Hjalti Rögnvaldsson (sein Sekretär)
Atli Rafn Sigurdsson (Helgi)
Orto Ignatiussen (Kajut)
Bjørn Floberg (norwegischer Kapitän)
Internationaler Titel:
IKINGUT
Originaltitel:
IKÍNGUT
Herstellungsland & -jahr:
Island / Norwegen / Dänemark, 2000
Produktionsgesellschaft:
Icelandic Film Corporation, Reykjavik / Filmhuset Produksjoner AS,
Oslo / Zentropa Productions, Kopenhagen, mit Förderung durch den
Isländischen Filmfonds, dem Norwegischen Filminstitut (Harry Guttormsen)
und Nordisk Film & TV-fond
Produzent:
Fridrik Thor Fridriksson, Hrönn Kristinsdóttir
Co-Produzent:
Egil Ödegaard, Anna Maria Karlsdóttir, Peter Aalbæk Jensen
Produktionsadresse:
Icelandic Film Corporation
Hverfisgata 46
IS-101 Rekjavik.
Tel. +354-551 2260
Fax +354-552 5154
e-mail: amk@icecorp.is
Weltvertrieb:
La Fete
387 rue Saint-Paul ouest
Montréal
Canada H2Y 2A7
Tel. +514-848 0417
Fax +514-848 0064
e-mail: info@lafete.com
Festivalkontakt:
Icelandic Film Corporation
Hverfisgata 46
IS-101 Rekjavik.
Tel. +354-551 2260
Fax +354-552 5154
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Begegnung mit dem Unbekannten
Island 1698. Die Menschen im hohen Norden Islands kämpfen ums Überleben, als im Winter das Packeis auf die Küste zutreibt und das Fischen unmöglich macht. Daran können nur böse Geister und Dämonen schuld sein. Auf einer Eisscholle erblickt Bóas, der elfjährige Sohn des Pfarrers, ein kleines unbekanntes Wesen. Er meint, einen bösen Geist oder einen Teufel gesehen zu haben. Als dieses merkwürdige Wesen die Bewohner des Dorfes vor einer Schneelawine warnt und Bóas rettet, stellt sich heraus, dass es sich um einen etwa gleichaltrigen kleinen Jungen handelt, der dunkler Hautfarbe und jedenfalls kein Isländer ist. Bóas und der fremde Junge, der ihre Sprache nicht spricht und sich offenbar "Ikingut" nennt, werden gute Freunde. Die andern Bewohner des Dorfes allerdings sind gefangen in ihren Ängsten und Vorurteilen; sie wollen den Fremdling verbannen oder sogar töten. In einer dramatischen Rettungsaktion befreit Bóas seinen Freund aus dem Gefängnis. Auf ihrer Flucht werden sie von einem norwegischen Walfänger gerettet. Von ihm erfährt Bóas, dass sein brauner Freund ein Eskimo aus Grönland ist. Bóas muss einsehen, dass "Ikingut" nicht für immer bei ihm bleiben kann, sondern nach Grönland zu seinen Eltern gehört. Der Film über die Freundschaft zweier Jungen ist gleichzeitig ein Beitrag zu einem aktuellen Thema: dem aus der Angst vor dem Unbekannten geborene Fremdenhass.
Lange Vorproduktion und Regisseurwechsel
Ikingut spielt vor der großartigen Kulisse der in Eis und Schnee erstarrten kargen Landschaft Nord-Islands. Ikingut ist ein Farbfilm, in dem es aber eigentlich nur zwei Farben gibt: das Weiß des Eises und das Schwarz des Gesteins. Es wird nicht nur die berührende Geschichte der Freundschaft zweier Jungen erzählt, es ist gleichzeitig auch ein Beitrag zu einem aktuellen Thema: dem aus der Angst vor dem Fremden geborene Fremdenhass.
Der Film war lange in der Vorproduktion. Die Projektentwicklung wurde vom Nordischen Film & TV-Fonds gefördert. Als Regisseur war ursprünglich Ari Kristinsson vorgesehen (in dessen Film ... »Raus bist du!« die hier wieder zu sehende Freydis Kristófersdóttir eine der beiden Hauptrollen gespielt hatte). Der Isländische Filmfonds bewilligte 1999 eine Produktionsförderung.
Nachdem der isländische Produzent Frídrík Thór Frídríksson auch norwegische und dänische Co-Produktions-Partner gefunden hatte (Filmhuset Norway und Peter Aalbæk Jensens Zentropa Production), konnten die Dreharbeiten im Frühjahr 2000 beginnen. Der ursprünglich vorgesehene Regisseur Kristinsson wurde durch Gisli Snær Erlingsson (Benjamin Taube) ersetzt. Im Mai 2000 waren die Dreharbeiten beendet, die Post-Production im Herbst, so dass die isländische Premiere zu Weihnachten 2000 stattfinden konnte.
Am aufwendigsten waren die Trickaufnahmen der Lawine, die über das Dorf hinwegrast. Sie wurden mit Hilfe des englischen special-effects-Manns Martin Grant in einem kleinen Modell inszeniert - die Schneemassen bestanden aus Salz.
Im Februar 2001 war der Film isländischer Beitrag zum Kinderfilmfest der Berlinale.
Nach dem erfolgreichen Start des Films ist Regisseur Gisli Snær Erlingsson jetzt bei der Vorbereitung von Ikingut II. Die norwegische Filmhuset-Produktion, die auch beim ersten Teil Co-Produzentin war, erhielt dafür bereits Filmförderungsmittel in Höhe von einer Million norwegischen Kronen zugesagt.
Der Regisseur zu seinem Film
Angesiedelt in der exotischen und spektakulären Landschaft Islands ist »Ikingut« ein visuell eindringlicher und bewegender Film mit starker emotionale Intensität und universellen Themen. Die ganze Familie kann sich in eine unbekannte, vergangene Welt versetzen lassen und dennoch die Geschichte vollkommen verstehen.
Obwohl es ein Historienfilm ist, wendet sich »Ikingut« mit seinen Themen "Ignoranz" und "Angst vor dem Unbekannten" an ein zeitgenössisches Publikum. Er hat wichtige Botschaften, die in den multikulturellen Gesellschaften des modernen Europa nicht allzu oft gehört werden. Der Protagonist Ikingut dient als Katalysator und Ausgangspunkt zu ihrer Entschlüsselung. Die Art und Weise, in der diese Themen in der Geschichte behandelt werden ist klar und unkompliziert und daher für ein junges Publikum passend und bildend.
Märchenhaft in Stil und Ton wird die Siedlung, in der die Geschichte von Ikingut sich ereignet, gekennzeichnet als eine eigene Welt, die von einer eindrucksvollen Naturkulisse umgeben ist. Es ist ein Ort, wo jeder mit Ebbe und Flut, Leben und Tod und mit der Natur lebt. Die Natur, die als eigener Charakter angelegt ist, ist hart und vergibt nicht.
(Gisli Snær Erlingsson)
Humorvoll und spannend
Der Film erzählt eine abenteuerliche Geschichte aus einer Siedlung in Island vor einigen hundert Jahren, die überraschenden Besuch von einem Eskimojungen aus Grönland bekommt. Humor und Spannung für Kinder ab sieben Jahren.
(Ove Watne, in: "film & kino", Oslo, 2 (März)/2001, S.29)
Eindrucksvolles Plädoyer für Toleranz
Das eindrucksvolle, gleichwohl unaufdringliche Plädoyer für Toleranz und Respekt des Fremden mündet nicht in ein billiges Happy End: "Ikingut" kann nicht bei seinem neuen Freund Boas bleiben, sondern kehrt mit seinem Vater zurück, aber sie werden sich wiedersehen. Ein Film, den man gerne auch im Kino wieder sehen möchte.
(Christel Strobel / Hans Strobel, in: "Kinder- & Jugendfilmkorrespondenz" Nr.2/2001, S.34)
Zu den besten Filmen
Zu den besten Filmen dieses Jahres gehört »Ikingut« von
Gísli Snær Erlingsson, eine Koproduktion von Fridrikssons
Produktionsfirma Icelandic Film Corporation (IFC) mit Norwegens Filmhuset
und Zentropa.
(Blickpunkt Film 26/01)
Gegen den Hass
Der Streifen malt den mittelalterlichen Aberglauben in satten Farben und
mit saftigem Humor. Aber er transportiert auch einen Appell: gegen den
Hass auf alles Fremde und Andere.
(Hermann Hofer, Lübecker Nachrichten, 3. November 2001)
Ikingut heißt Freund
Ein Märchen ganz anderer Art ist der isländische Film für
Groß und Klein Ikingut von Gisli Snær Erlingsson, der um 1700
herum in einer verfeindeten, bigotten, abergläubischen und engstirnigen
Welt spielt. Ein grönländischer und ein isländischer Junge
lernen sich kennen und wider Erwarten vertrauen. Diese Parabel auf Freundschaft,
Freiheit von Vorurteilen und Überwindung von scheinbaren Glaubensgegensätzen
überzeugt durch ihre ergreifenden Bilder der endlosen weißen
Schneewüste und demgegenüber der klaustrophobischen Enge in
den dunklen Holzhäusern und den Seelen der meisten Agierenden. Der
Film entkommt aber dem Klischee zwischen Historien- und Kostümfilm
mit einer Prise Mantel- und Degenfilm nicht immer.
(Antje Peters-Hirt, in: Lübeckische Blätter, 166. Jg. Heft 21,
22. Dezember 2001, S. 338)
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